Twitter - wer sich jetzt immer noch fragt, was sich hinter diesem Ausdruck verbirgt, hat was verpasst. Der Mircoblogging-Dienst hat sich in den letzten Wochen und Monaten zu einer echten Killerapplikation entwickelt. Sogar in die Tagesschau hat Twitter es kürzlich geschafft.Kaum ein Bereich des täglichen Lebens kann sich dem "Gezwitscher" noch entziehen - die hessische Landtagswahl hat sich für den geneigten Twitteruser ebenso in 140 Zeichen abgespielt wie die erste Nachricht über die Notwasserung eines Flugzeugs im Hudson River am 15. Januar.
Im Jahr 2006 wurde das Startup mit Sitz in Kalifornien gegründet, inzwischen sind mehrere Millionen Menschen aktiv und schicken ihre Statusupdates per Web oder Handy an ihre Follower.
Anfangs belächelt, ist Twitter zu einem ernsthaften Werkzeug geworden - und das nicht nur zur Kommunikation. Auf der mbc09, einer Mircoblogging-Konferenz, wird über Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung im Marketing oder sogar im Journalismus diskutiert.
Und nicht nur mein Arbeitgeber DASDING twittert inzwischen (aufgrund einer Initiative von meinem Kollegen Philipp Ost und mir), auch viele andere Radiostationen, Verlage und Redaktionen haben Twitter kennen und schätzen gelernt.
Die Entwicklung der Follower-Zahlen (also der Anzahl der Leute, die die eigenen Nachrichten abonniert haben) bei DASDING zeigt mir, dass diese Initiative richtig war.
Auch die anfängliche Haltung, einfach die RSS-Feeds automatisch zu twittern, ist (Gott sei Dank!) inzwischen gekippt. Denn wer Twitter verstanden hat, nutzt es als eigenen Kommunikationkanal - sicherlich kann es auch als Multiplikator genutzt werden, wird es auch oft genug. Aber Mehrwert entsteht nur da, wo man auch bereit ist, Mehrwert zu bieten.
Dazu gehören aus meiner Sicht die kleinen feinen Informationen, die man weder im Radio noch auf dasding.de bekommt - weil sie nicht fürs Programm gemacht sind, sondern genau dadurch entstehen. Diese Nachrichten dürfen auch gerne mal eine eigene Meinung enthalten, witzig oder zynisch sein. Denn sie machen DASDING menschlich, zeigen, wer hinter den Radiomachern steckt.
Für DASDING ist das Ende der Twitter-Fahnenstange aus meiner Sicht noch nicht erreicht. Völlig zurecht hat die Web2.0 Applikation es kürzlich auch ins Radioprogramm geschafft und entwickelt sich auch immer mehr zum Rückkanal für den Hörer, der schnell und kompetent Antwort bekommt.
Ziemlich gut für einen Dienst, der den SWR nichts kostet und mit äußerst geringem Zeitaufwand von einigen Redakteuren einfach nebenher betrieben wird, oder?
UPDATE: Das sagen die Besucher der Mmbc über Twitter:
